Happy Eating: Warum Gemüse glücklich macht

Happy Eating

 

Glücklich sein und sich zufrieden fühlen sind elementare emotionale Bedürfnisse, die wir Menschen haben. Diese Gefühle, Glück und Zufriedenheit, werden von unseren Lebensumständen und weiteren äusseren Einflüssen bestimmt, aber auch die Hirnchemie hat ein Wörtchen mitzureden.

Fehlen diese Gefühle, geht es uns schlecht. Gerade in diesem Zustand sind wir offen für schnelle Kicks, von denen wir uns Besserung erhoffen: Shopping, Süßkram und Junkfood, im schlimmsten Fall sogar Drogen oder Alkohol im Übermaß. Dass dies alles nicht hilft, sich nachhaltig besser zu fühlen, ist uns wohl allen sonnenklar.

Die Gute Nachricht kommt jetzt:

 

Auch ohne das Betäubungsmittelgesetz oder unsere Leber zu verletzen oder sich für das 154. Paar Schuhe zu verschulden, können wir uns selbst aus unseren Stimmungstiefs herausholen. Der Trick ist, einfach das Richtige zu essen!

Was früher nur auf veganfreundlichen Blogs zu lesen war, hat es inzwischen in sämtliche Medien geschafft: Die Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung für die Gesundheit werden überall diskutiert und immer wieder bestätigt.

Selbst ein großer Teil der bekennenden Fleischesser ist sich inzwischen darüber im Klaren: Es hat positive Auswirkungen, seinen Fleischkonsum herunterzuschrauben und gleichzeitig mehr Gemüse zu essen.

Wer sich bereits entschieden hat, sich vollwertig pflanzenbasiert zu ernähren oder ganz vegan zu leben, muss von diesem Aspekt nicht mehr überzeugt werden: Gerade wer eine radikale Umstellung hinter sich hat durfte es schon am eigenen Leib erleben. Körperliche Beschwerden haben sich verabschiedet  und die Leistungsfähigkeit  hat sich verbessert. Auf der Seite „Deutschland isst vegan“ kann man einen guten Bericht über die Auswirkungen der Umstellung nachlesen.

Woher kommt das glückliche Gefühl?

 

Ich persönlich habe allerdings auch einen Effekt an mir selbst beobachtet, der nicht einfach nur daher kommen kann, dass es so viel Spaß macht, seine Ernährung umzustellen! (Obwohl es genau das macht, wenn man sich wirklich darauf einlässt und neue Herausforderungen nicht als Hürden, sondern als Chancen sieht: Spaß!)  …Es muss also noch einen anderen Grund geben.

Klar, es macht natürlich auch glücklich zu wissen, dass man sich nicht beteiligt am Wahnsinn der Massentierhaltung und des Wasserverbrauchs. Dass man weniger Mitschuld trägt am CO2- Ausstoß und dem stumpfen Töten etlicher Lebewesen. Und dabei noch seine „All-cause-mortality“-Rate verringert.

Aber manchmal ist da noch etwas anderes. es ist vergleichbar mit dem Gefühl nach einer schönen Tanz- oder Sportstunde, eine Art Runner’s High an besonders grünen Tagen und das kommt wirklich nicht von ungefähr, denn

Grün macht glücklich!

 

Schon vor längerer Zeit entdeckten Wissenschaftler, dass Folsäuremangel Depressionen fördern oder auslösen kann und neueren Studien zufolge lässt sich sagen, dass ein regelmäßiger Verzehr großer Mengen Gemüse das Risiko, an Depressionen zu erkranken, verringert.

Dr. Greger schreibt in seinem Buch „How not to die“, dass ein erhöhter Gemüseverzehr dieses Risiko um bis zu 62% mindern kann (S. 188)! Seine Homepage ist englischsprachig aber sehr interessant und empfehlenswert!

Hier und hier kann man zu diesem Thema noch etwas mehr nachlesen.

 

 

happy eating glücklich

Grün macht glücklich

 

In der Medizin führen solche Erkenntnisse zu Hinweisen darauf, dass es Wechselwirkungen zwischen Antidepressiva und Folsäuretabletten gibt bzw. während der Medikation der Folsäurestatus (und interessanterweise auch der Vitamin B12 Status) kontrolliert werden soll.

Aber wollen wir nicht viel früher gegensteuern und versuchen, weder auf Nahrungsergänzungsmittel noch auf Medikamente angewiesen zu sein?

Und könnte es nicht sein, dass dieser positive Effekt schon genutzt werden kann, wenn man einem noch harmlosen Winterblues entgegenwirken möchte oder sich einfach nur positiver fühlen möchte?

 

Green Eating ist auch Happy Eating

 

Es ist, wie inzwischen bekannt ist, nicht nur die Folsäure in der pflanzlichen Nahrung, die den großen Blues verhindern kann. Auch die sekundären Pflanzenstoffe tragen ihren Teil dazu bei. Ob man sich glücklich oder deprimiert fühlt, bestimmt also auch der Speiseplan.

Die Ernährung kann sich also sehr stark auf die Stimmung auswirken, wobei mit einem höheren Gemüseverzehr tatsächlich gemeint ist, dass man mindestens 500 Gramm Gemüse am Tag isst. Besser wäre noch mehr, und dazu auch noch einige Portionen Obst. (Zum Vergleich empfiehlt die DGE derzeit 400 g Gemüse am Tag – im letzten Jahr waren es noch 300 g, es tut sich also etwas –  was jedoch die meisten Deutschen nicht schaffen. Deshalb findet ihr am Ende des Beitrags auch noch ein paar Tipps).

 

Aber wie funktioniert das Ganze eigentlich?

 

Zum Einen hilft Folsäure dabei, die Aminosäure Homocystein abzubauen. Ist Homocystein in hoher Konzentration im Körper vorhanden, kann dies eine Depression begünstigen.

Folsäure unterstützt ausserdem die wichtige Aminosäure Tryptophan dabei, ins Gehirn zu gelangen. Tryptophan gilt als Vorläufer der auch als Glücksbotenstoffe bezeichneten Neurotransmitter wie Serotonin und Melatonin. Tryptophan muss auf seinem Weg ins Gehirn mit anderen Aminosäuren konkurrieren, daher kommt es auf das Verhältnis dieser Aminosäuren zueinander an, ob und wie viel Tryptophan ins Gehirn gelangt und den Serotoninspiegel erhöht.

Phytonährstoffe aus sämtlichen Gemüsen, Früchten und Samen können das Enzym Monoaminoxidase auf natürliche Weise hemmen. Dieses Enzym, kurz MAO, soll bei Menschen mit Depressionen in besonders großer Menge vorhanden sein.

Weitere postitive Auswirkungen eines hohen Gemüseverzehrs können ebenfalls unterstützend wirken:

 

Ballaststoffe können Gifte aus dem Darm abtransportieren und sind daher eine hervorragende Detoxhilfe.

Antioxidantien in grünem Blattgemüse, Beeren und vielen anderen pflanzlichen Lebensmitteln schützen die Zellen vor freien Radikalen also davor, angegriffen bzw. zerstört zu werden.

Wer mehr Gemüse bzw. Pflanzen isst und weniger Fleisch, Fisch und Eier (oder Tierisches sogar ganz weglässt) hat einen weiteren Depressionsauslöser ausgesperrt: Die in diesen Lebensmitteln enthaltene entzündungsfördernde Arachidonsäure wird nämlich ebenfalls verdächtigt, auch die psychische Gesundheit zu beeinträchtigen.

 

 

 

Folsäure und Phytonährstoffe pur – und das in sehr lecker!

Und jetzt einfach mehr Gemüse essen und dann glücklich sein?

 

Das ist leichter gesagt als getan. Wer ratlos vor einem leeren Blatt sitzt und händeringend nach Ideen für den neuen Einkaufszettel sucht, wird wahrscheinlich nicht fröhlicher, sondern frustrierter und der gegenteilige Effekt wäre erzielt.

Wir wissen also jetzt, dass wir viel viel mehr Gemüse und Obst essen müssen, um uns glücklich zu essen. Um dieses Wissen auch umsetzen zu können, habe ich 5 Tipps zusammengestellt, um sofort loslegen zu können.

 

5 Tipps, wie du deinen Gemüse- und Obstkonsum steigern kannst

 

1. Gewöhne dir an, grüne Smoothies zu trinken. Taste dich ganz langsam an den Gemüseanteil heran und erhöhe ihn nach und nach – du wirst dich an den Geschmack gewöhnen. Ein Grüner Smoothie mit Spinat oder Grünkohl kann schon als 1-2 Portionen Gemüse und 1-2 Portionen Obst verbucht werden.

Ausserdem hast du hier die Möglichkeit, einen Esslöffel geschroteten Leinsamen und wenn du möchtest noch andere Superfoods in deine Ernährung zu integrieren.

Tipp: Wenn du gar keine Möglichkeit hast, an frisches Gemüse zu kommen, kannst du auch mal Tiefkühlgemüse verwenden oder Smoothiepulver, die aus schonend pulverisiertem Gemüse bestehen (die bekommt man inzwischen sogar bei dm).

2. Besorge dir Gemüse, das sich gut als Rohkost eignet und iss zu jeder Mahlzeit etwas davon. Wenn du ein Sandwich oder ein Brötchen isst, belege es zusätzlich damit oder knabbere es dazu. Wenn du eine Zwischenmahlzeit brauchst, knabbere etwas Rohkost (dazu oder stattdessen).

3. Musst du in einer Kantine zu Mittag essen? Wähle den Salat (dazu) und/oder frage, ob du mehr Gemüse bekommen kannst, so dass du auch bei warmen Mahlzeiten den Gemüseanteil erhöhen kannst. Iss den Salat nicht dazu, sondern vorweg.

4. Schneide dir etwas Rohkost klein und stelle einen Teller damit auf den Tisch. Klappt nicht nur bei Kindern super – fast jeder hat den Impuls, sich davon etwas zu nehmen und zu futtern.

Ob das die Schale ‚Celebrations‘ ist oder ein Teller mit Obst und Gemüse, entscheidest du! (Wenn ich meine Kinder frage, ob sie etwas Paprika haben möchten, sagen sie nein. Aber der Teller ist nach einer Stunde trotzdem jedes Mal leer 🙂 )

5. Beim Abendessen kannst du ebenfalls den Gemüseanteil erhöhen. So brauchst du dir keine Gedanken machen, ob du etwas weglassen musst oder möchtest. Du isst mehr Gemüse und der Rest wird sich regulieren. Abends solltest du nur noch Blattsalate, Gurke etc. roh verzehren, denn Rohkost kann nachts zu Verdauungsproblemen führen.

 

 

 

green eating glücklich

Wenn du alle 5 Tipps umsetzt, hast du schon 5 Portionen mehr Gemüse pro Tag gegessen – Herzlichen Glückwunsch, das ist viel! Du bist auf dem Weg zu einem glücklicheren Bauchgefühl 🙂

Hast du Fragen zu diesem Thema? Brauchst du Hilfe bei deiner Ernährungsumstellung, noch mehr Tipps und Unterstützung?

Schreib mir eine Mail und ich unterstütze dich gerne und ganz individuell!

 

5 comments on “Happy Eating: Warum Gemüse glücklich macht

  1. Toller Artikel, danke dafür! Die fünf Tipps am Ende pinne ich mir auf jeden Fall an den Kühlschrank, mein Happy-Green-Anteil muss nämlich dringend wieder erhöht werden (das ist in Frühjahr und Sommer irgendwie einfacher).

  2. Liebe Anja,
    danke für die tollen Tipps! Ich versuche auch gerade (nach der Weihnachtsvöllerei) wieder mehr Gemüse in meinen täglichen Speiseplan einzubauen, da kommen deine Anregungen & Infos gerade richtig. 🙂
    Liebe Grüße
    Michaela

    • Hallo Michaela, das freut mich. Mehr Gemüse kann auch nach einem rein pflanzlichen Weihnachten nicht schaden 😉 Liebe Grüße, Anja

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